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Lindenkapelle Klingenthal

1. Historische Entwicklung bis 1940
2. Der Neuanfang nach 1945  
3. Von den 60iger Jahren bis zur Gegenwart

Am 27. 5. 1905 fand im "Gasthof zur Linde" die Gründungsversammlung des "Musikvereins Untersachsenberg" durch 12 anwesende Musiker statt . Probelokal war der "Gasthof zur  Linde", 1. Vorstand war Ernst Schmidt, 1. Dirigent Bruno Meinel, Pächter der "Linde", der  zuvor  langjähriger Militärmusiker war. Schon im Herbst 1905 wurde Julius Friedel 1. Vorstand, im Jahr 1908 verzog Bruno Meinel nach Plauen und an seine Stelle trat Reinhard Glass, der dann über viele Jahre 1. Dirigent blieb.  Ab 1910 übernahm dann Otto Körner die Vorstandschaft. Damals kam neben dem offiziellen Namen "Musikverein Untersachsenberg" immer mehr im Volksmund der Name "Lindenkapelle".
Dann kam das Jahr 1914: Erster Weltkrieg. Auch der Verein ging fast auf 0 zurück und 6 aktive Musiker mussten ihr Leben lassen. 1919-20 fasste der Verein schnell wieder Fuß und es ging wieder aufwärts.  Am 26. 1. 23 wurde Hugo Herold, der Vater vom Steiger Hugo zum 1. Vorstand gewählt.  Inflationszeit und spätere Massenarbeitslosigkeit waren schwere Bedingungen für ein gedeihliches Vereinsleben,  die Kassenberichte jener  Jahre sagen es deutlich aus.
1930 dann das 25jährige Jubiläum mit Streich- und Blaskonzert, Festball und Ständchen bei den noch lebenden Gründern. In diesen Jahren Teilnahme an den großen Musik- und Heimatfesten in Graslitz und Klingenthal, von der Mitwirkung als Festkapelle an vielen Festen gar nicht zu reden. Nach der gescheiterten Zusammenlegung mit dem "Musikverein Obersachsenberg" übernimmt im Jahre 1937 Fritz Dörfel (Lob-Paul) den Vorstand und Otto Glaß (Heinz-Otto) wurde 1. Dirigent. Die Lindenkapelle entwickelte sich gut und Jahr für Jahr kamen einige gute Jugendmusiker zum Verein. Da kam der Zweite Weltkrieg. Schnell waren viele Mitglieder zur Wehrmacht eingezogen und doch konnte ein regelrechter Probenbetrieb bis 1940-41 aufrechterhalten werden.

  

 2. Der Neuanfang 1945  

Die Bilanz dann 1945: 10 Musiker gefallen oder vermisst, mehrere in Gefangenschaft, teils bis 1949. Erschwerend kam dann für einen Neuanfang dazu, dass die Mitglieder aus Brunndöbra nicht mehr zur Verfügung standen, sondern einen eigenen Musikverein Brunndöbra gründeten. Trotzdem konnte im Sommer 1945 mit minimalster Besetzung Musik zu einem Kinderfest gemacht werden. Im Herbst kam dann ein regelmäßiger Probeabend in Gang; um die Jahreswende ein neuer Rückschlag: der als Direktor wirkende Rudi Scherbaum und noch einige Musiker gingen in die damaligen Westzonen. Der Lobpaul Fritz musste wieder den Stab in die Hand nehmen und führte den Verein durch eine sehr schwierige Phase. In dieser Zeit, es wird 1947 gewesen sein, kam es zwischen den Tannenbergsthaler Musikanten und der Lindenkapelle zu einer Notgemeinschaft, keine der beiden Kapellen war allein spielfähig, wobei dieses gemeinsame Musizieren bis 1957 anhielt. Im Frühjahr 1949 traf den Verein ein neuer Schlag.  Die Wismut bestimmte den Gasthof  "Zur Linde"  zum Klubhaus.  Innerhalb von 2 Tagen musste alles ausgeräumt sein, notdürftig wurden Noten und Instrumente in einem Nebengebäude der Fa. Böhm gelagert. Es nützte nichts mehr, dass der Beschluss rückgängig gemacht wurde, der "Gambrinus" wurde statt der "Linde" Klubhaus.  Die Wirtsleute hatten sich nach Westen abgesetzt, die Gaststätte blieb geschlossen. In dieser Lage erklärten sich Lotte und Guido Köhler - Wirtsleute der 'Einigkeit' - bereit, eine Dachstube für wenigstens einen Teil der Noten usw. zur Verfügung zu stellen.
Die Lindenkapelle entwickelte sich positiv, aus ca. 16-18 Musikern 1951 wurden bis 1954 25-28. 1954 dann ein Höhepunkt in der Geschichte des Vereins: 3 Tage Festkapelle zur  600-Jahrfeier in Elsterberg - zu jedem der alle 4 Jahre stattfindenden Ruinenfeste wurde die Kapelle eingeladen. Herbert Herold, ein Sohn unserer Heimat,  Berufs- und Militärmusiker, davon einige Jahre Leiter einer Militärkapelle, erklärte sich 1954 bereit, die Stabführung zu übernehmen. Zur Blasmusik kam ein Streichorchester und bereits ein Jahr später  wurde das 50jährige Jubiläum 1955 mit zwei Konzerten, Blas- und Streichorchester gefeiert. Als Konzertsaal stand ab diesen Jahren der "Füssel"-Saal zur Verfügung. Nach dem Krieg war der Vorstand und die Finanzen in einer Hand, nämlich Herbert Schunk, vereinigt.  Auch die frühere Organisationsform musste Neuem weichen, also nicht mehr Verein, sondern Arbeitsgemeinschaft im Kulturbund.  Und in dieser Zeit wurde die im Volksmund gebräuchliche zur offiziellen Bezeichnung: "Lindenkapelle Klingenthal III". Nach ca. 10 Jahren musste aber das Streichorchester wieder aufgegeben werden, für  die ausscheidenden Geiger war kein Ersatz vorhanden. Ein Vorgang, der Jahre später auch im Blasorchester einsetzte, der das musikalische Niveau drückte und den Bestand des Orchesters direkt gefährdete.

 3. Von den 60iger Jahren bis zur Gegenwart

1964-65 erkrankte Herbert Schunk schwer und starb im Frühjahr 1965. Vorstand und Finanzen wurden wieder getrennt.  Ersteres übernahm mit jugendlichem Schwung Gerhard Glaß, die Finanzen Adalbert Jud. 1965-66 wuchs die Zahl der Aktiven auf über 40 an. 1971 starb nach 2jähriger heimtückischer Krankheit im Alter von 32 Jahren unser 1. Vorstand, der lebenslustige Gerhard Glaß. Da erklärte sich Gotthard Meinel bereit, die Geschicke des Vereins in seine Hand zu nehmen. 1980 äußerte dann Herbert Herold den Wunsch, allmählich seine Pflichten an einen neuen Dirigenten zu übertragen.  Zu Beginn 1981 fand sich dann auch ein befähigter Mann, Horst Seltmann, Lehrer an der hiesigen Schule. Hoch geehrt vom Verein, Kreis und Stadt Klingenthal wurde Wochen später Herbert Herold verabschiedet. Da Horst Seltmann auch dem Goldberg-Chor vorstand, ergab es sich von selbst, dass es in den folgenden Jahren zu einer Auflockerung der Konzerte durch Einbeziehung des Chores und weiterer von Horst Seltmann gebildeten 2 kleinen Musikgruppen kam. Ende 1987 kam es leider zur endgültigen Niederlegung des Dirigentenstabes durch Herrn Seltmann. Gotthard Meinel übernahm dann aus Not auch dieses Amt, um ein Auseinanderlaufen des Orchesters zu verhindern. Doch dann  geht am 21.11. 88 unser Gotthard nach einem 4 Wochen zuvor erlittenen schweren Unfall für immer von uns. Rolf Körner erklärt sich bereit, provisorisch den Vorsitz zu übernehmen, wenn ihm die Mithilfe eines kleinen Kreises von Mitgliedern gewiss ist. Adelbert Jud ist weiter zuständig für die Finanzen, A. Thoß und J. Künzel erklären sich bereit, als Notenwarte zu wirken. Mit Harald Vorberger kann ein Orchestermitglied als Dirigent gewonnen werden. Stillstand, kein Vorwärtskommen und Unzufriedenheit zeigten sich immer mehr in den Proben der Lindenkapelle. Im Januar 1994 kam es zur Neubildung des Vorstandes. Den Dirigentenstab übernimmt Günter Körner, den Vorstand Frank Nickel. Die Lindenkapelle funktioniert wieder - aus 7 Auftritten 1992 werden 1998 28 Konzerte.